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Szene

Der TID-Report, 3. Teil: Überraschungen in Kroatien

31. Juli 2012 von Falk Bruder

Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Länder, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU Mitarbeiter Falk Bruder paddelt mit und berichtet.

Foto: Falk Bruder

Novi Sad, Serbien. Die erste Etappe von Mohacs in Ungarn nach Apatin in Serbien verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Das unbeständige Wetter mit Hochnebel am Morgen und erst nach der Ankunft strahlendem Sonnenschein und Hitze lässt die Eingewöhnung ans südeuropäische Klima leicht fallen. An der relativ neuen Marina von Apatin wartet schon die serbische Grenzpolizei und nimmt unsere Ausweise in Empfang. Über Nacht werden die Daten geprüft und in die Reisepässe ein Stempel eingedrückt. Nur die Personalausweisträger gehen leer aus.
Durch die Rückgabe am nächsten Morgen verzögert sich der Start etwas, dafür ist Zeit für ein Frühstück im Restaurant des Yachthafens. Die recht kurze Etappe nach Kroatien bringen wir schnell hinter uns, obwohl die Donau hier nur langsam fließt. Sie hat sich im flachen Land ein breites Bett geschaffen. Links und rechts dichter, undurchdringlicher Auwald, der keinen Blick aufs angrenzende Land erlaubt.

Foto: Falk Bruder

Ab der Draumündung von rechts kann man Aljmas, unser Ziel, schon im Mittagsdunst erkennen. Die Spannung steigt. 300 Meter oberhalb des Camps steht die kroatische Grenzpolizei und winkt die vorbeifahrenden Kanuten ans Ufer zur Ausweiskontrolle. Dies ist sogar ohne auszusteigen möglich, wenn man den Ausweis griffbereit hat. Am Camp steht ein “TID Welcome”-Schild am Ufer – das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Noch weiß niemand, was uns hier erwartet, die kroatische Organisation hat sich mit Informationen sehr bedeckt gehalten.
Umso schöner ist deshalb der freundliche Empfang. Auf dem Sportplatz hat es ausreichend Platz, ein großes Zelt bietet schattige Sitzplätze und die für wenig Geld erhältlichen Getränke sind gut gekühlt.
Nach Zeltaufbau begebe ich mich auf einen Rundgang durchs Dorf, das mit einer sehr modern gestalteten Kirche aufwartet. Ein kurzer Fußmarsch bringt mich auf einen Aussichtspunkt auf einem Hügel, der einen herrlichen Blick übers Dorf und den Fluss erlaubt. Zurück am Camp sind kleine Marktstände aufgebaut, es gibt Kunsthandwerk zu kaufen, lokale Erzeugnisse wie Honig und gartenfrisches Gemüse. Mich lockt eher Kaffee und Kuchen, beides sehr lecker.

Foto: Falk Bruder

Zweiter kroatischer Stopp ist Vukovar. Schon von weitem mahnt der von Granaten durchlöcherte Wasserturm an die Auseinandersetzungen zwischen Serbien und Kroatien zu Beginn der neunziger Jahre. Die wenigen Zeltplätze um das Gebäude des Ruderklubs sind schon belegt. Zunächst besteht Rätselraten, wo wir und die nach uns kommenden denn schlafen sollen. Leider fehlt eine zuständige Kontaktperson und das Schild zu den weiteren Zeltflächen weist in die falsche Richtung. Aber der serbische Co-Fahrtenleiter Pedja kennt zusätzliche Zeltfläche und dort ist ausreichend Platz für alle. Auch die wichtigsten TID-Kriterien wie Duschmöglichkeiten, Trinkwasser und ausreichend Toiletten erfüllt der Platz in Vukovar bestens. Eine Strandbar nebenan bietet kalte Getränke und einen Blick aufs Leben am Fluss. Der Rundgang durch die schwer umkämpfte Stadt zeigt noch viele Kriegsnarben, aber auch den Blick in die Zukunft.
Alle Erwartungen werden schließlich durch das Abendessen  übertroffen. Auf einem in der Donau verankerten Restaurantschiff gibt es ein riesiges Buffet an kulinarischen Köstlichkeiten, das nicht zu toppen ist. Von jeder in Kroatien lebenden Volksgruppe (Kroaten, Serben, Ungarn, Deutsch-Österreichern und Russland-Stämmigen) gibt es einen mit leckeren Spezialitäten überladenen Tisch, der von freundlichen Menschen, teils in Tracht gekleidet, präsentiert wird. Es ist zu viel, um alles durchzuprobieren. Bis spät in die Nacht wird gefeiert, gesungen und getanzt. Bärbel, eine mit einem Serben verheiratete Teilnehmerin und Landeskennerin sagt mir später überglücklich: “Die Kapelle hier an Bord spielt sogar serbische Lieder. Sie bemühen sich wirklich. Sie wollen, sie wollen!”
Der Stachel der Feindschaft zwischen Serben und Kroaten sitzt bei einigen Leuten noch tief, aber auch diese TID zeigt, dass der Zwist zwischen den Völkern eigentlich beendet gehört.

Foto: Falk Bruder


So ist es schön zu sehen, dass eine Gruppe von 20 serbischen Paddler mit nach Kroatien gekommen ist. Auch der 30-köpfige kroatische Trupp kreuzt am nächsten Tag über die Donau auf die serbische Seite und kehrt im Fischrestaurant bei Ba?ko Novo Selo ein, um mit den neuen Freunden den Abschied zu feiern. Leider paddeln die Kroaten nur diese beiden Tage zwischen Aljmas Vukovar und Ilok mit. Aber das Korn ist gesät, die Frucht wird wachsen und vielleicht gibt es schon nächstes Jahr eine Gruppe Kroaten, die in Ingolstadt starten und auf der grenzenlosen Donau mit allen anderen Nationen bis ans Schwarze Meer paddeln.

Der TID-Report: Alle Teile auf einen Blick

Fotos von der Tour International Danubien.
21.08.2012

TID-Report, 6. Teil: Durch die Schluchten des Balkan

Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Länder, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU-Mitarbeiter Falk Bruder paddelte mit und berichtet.
03.08.2012

Der TID-Report, Teil 5: Halbzeit in Serbien

Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Länder, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU Mitarbeiter Falk Bruder paddelt mit und berichtet. 
03.08.2012

Der TID-Report, 4. Teil: Interview mit dem “Donau-Max”

Max Scharnböck, besser bekannt als “Donau-Max”, ist seit 25 Jahren aktiv bei der Organisation und Durchführung der Tour International Danubien (TID) dabei und in allen Donaustaaten ein gern gesehener Gast. KANU Mitarbeiter Falk Bruder hat ihm in Novi Sad, Serbien, ein paar Fragen gestellt.  
25.07.2012

TID – die zweite Etappe

Die Tour International Danubien (TID) ist die größte organisierte Kanuwanderfahrt weltweit. Sie führt durch acht europäische Laender, vom bayrischen Ingolstadt bis ins rumänische Donaudelta bei Sfantu Gheorghe. KANU Mitarbeiter Falk Bruder paddelt mit und berichtet.
Bilder vom ersten Etappenabschnitt von Falk Bruder.
27.06.2012

TID: Unterwegs auf dem zweitgrößten Strom Europas

Über 100 Paddler aus aller Welt haben sich auch in diesem Jahr wieder versammelt, um die Tour International Danubien zu absolvieren. Gestartet wird in Ingolstadt auf der Donau, beim Schwarzen Meer endet die Tour. KANU-Autor Falk Bruder hat die erste Etappe ein wenig begleitet.  

Zusätzliche Informationen und Links

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