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Szene

Brandenberger Ache: Pegel eingegraben

09. August 2010 von Christoph Scheuermann

Brandy-Update: Die Referenzwerte des Pegels Mariathal haben sich verändert. Der »Strahl« macht seit diesem Jahr seinem Namen alle Ehre und wird besser umtragen.

Foto von der Brandenberger Ache am 8. August 2010 bei Pegel Mariathal 0,65 m.
Die Einfahrt in den »Kreuz-Katarakt«: Gleich muss die Linie sitzen.
Foto: Silke Neumann

Die Regenfälle des Frühsommers wie der letzten Wochen haben trotz magerer Schneedecke eine reichhaltige Brandy-Saison sichergestellt. Schon seit letzten Herbst machen Gerüchte in der Paddelszene die Runde, dass sich der Pegel Mariathal eingegraben hätte und die Vergleichswerte zu korrigieren seien. Am Sonntag machte sich die KANU-Online-Redaktion auf den Weg um der Sache nachzuspüren. Bei stark fallendem Wasserstand wurde oberhalb der Kaiserklamm eingebootet. Schon im Kiesbett vor der Klamm war ein Paddeln ohne Grundberührung gut möglich. Eine erste Überraschung hielt die Brandy gleich am Beginn der Kaiserklamm bereit. Die Eingangsstufe hat sich seit dem letzten Hochwasser im Frühsommer massiv verändert. »Bei Wasserständen jenseits der Ein-Meter-Marke wird's hier richtig giftig. Besser vorher anschauen«, verrät uns Gery Braune vom KC Kramsach nach der Fahrt. Die Klamm selbst zeigte sich technisch, mit kurzen, aber kräftigen Walzen. Im »Kreuz-Katarakt« bietet sich bei solchen mittleren Wasserständen ein großer, überspülter Fels zum Boof über das verwalzte und unsaubere Unterwasser an.

 

Auf der folgenden Kiesbettstrecke bis zur Pinegger Klamm blockiert ein umgestürzter Baum das Hauptwasser. Die Stelle ist weit vorher zu erkennen und kann außer bei Niedrigwasser leicht umfahren werden. Auf der Zwischenstrecke ab Pinegg bzw. der Wiesklamm gibt es keine Veränderungen. Am Eingang der Tiefenbachklamm überrascht längere Brandy-Abstinenzler ein kantiger Felssturz. Der recht große Höhenunterschied ist aber zumindest bei Mittel- und Hochwasser gut passierbar.

Foto von der Brandenberger Ache am 8. August 2010 bei Pegel Mariathal 0,65 m.
Die Abschluss-Stufe der Kaiserklamm wirkt mächtig, ist aber einfach zu fahren.
Foto: Silke Neumann

Wenn die neue Metallbrücke sichtbar wird, ist es Zeit das große Kehrwasser links anzusteuern. Hier befindet man sich 100 m vor der Schlüsselstelle, dem »Strahl«. Zufrieden stellt man fest, dass sowohl die Kletterei zur Brücke, wie auch der Weg zum Aussichtspunkt sowie der Abstieg zum Wiedereinsetzen professionell mit Eisenleitern und Drahtseilen gesichert wurde. Enttäuschung macht sich jedoch breit unter all denen, die den »Strahl« von den letzten Jahren kennen. Nach langen Jahren als Standardumtrage, war die Kernstelle mehrere Jahre lang gut befahrbar. Seit letztem Winter hat sich die Ache allerdings wieder tief in die schräggestellten Gesteinsriegel eingefräst. Das Wasser fällt in einen gut ein Meter breiten Schlitz und schießt mit hohem Druck unter der Walze durch die Engstelle. Bei Idealpegel kann man über den linken Riegel anboofen und die Gefahrenstelle überspringen. Aber selbst Kajakschulen-Chef und Local Bernhard Steidl meint: »Bei Mittelwasser geht's schon. Aber letztendlich umtrage ich dann doch meistens.« Hairboater können bei Niedrig- und Mittelwasser das Kehrwasser direkt vor dem »Strahl« nehmen und über den Riegel überheben. Allen anderen sei die neuausgebaute Tragestrecke über den Wanderweg empfohlen.

Foto von der Brandenberger Ache am 8. August 2010 bei Pegel Mariathal 0,65 m.
Der Redaktions-Praktikant bei der Recherche.
Foto: Silke Neumann

»Maier-Gumpen« und »Silber-Katarakt« (Jens Klatt erklärt die »Gute Linie« in Heft 2/2010) sind unverändert. An der folgenden Abschluss-Stufe blockiert immer noch ein Baumstamm die rechte Route. Der Boof links ist problemlos möglich.
Die Redaktionspaddelei nahm am Schluchtende seinen Ausgang, daher liegen uns keine Informationen über den »Saugraben« vor.
Aber keine Sorge, der nächste Regen kommt bestimmt...

Unser Fazit: Der Pegel Mariathal hat sich seit letzten Herbst um etwa 10 cm eingegraben. 60 cm (soviel zeigte der Pegel bei unserer Ankunft) reicht gut für alle Strecken, selbst knapp für die Valepp. Ab 70 cm wird's jetzt schon richtig wuchtig.

Übrigens, vor der Rückkehr steht die Einkehr. Wer nach dem Paddeln noch Appetit verspürt sollte in erster Linie einen Second Run vornehmen. Wenn dann irgendwann der Magen drückt, empfehlen wir auf's Heftigste das Gasthaus »Mariathal« direkt am Ausstieg. Trotz gesalzener Getränkepreise ist die original Tiroler Wirtschaft ob vorzüglicher Speisen unbedingt einen Besuch wert. Ganz hoch im Kurs steht das Knödelmenü mit Köstlichkeiten von Graukasknödel, über Semmelknödel mit Pfifferlingen, Spinatknödel und Erdbeerknödel. Wohl bekomm's!

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