Der Wahl-Lienzer Hans Mayer und der gebürtige Lienzer Thomas Zimmermann schwärmen von den Vorzügen Osttirols.
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Warum Osttiroler am liebsten daheim paddeln
Osttirol? Da denken viele an schweres Wildwasser wie den Isel-Katarakt oder die Wasserfallstrecke auf dem Defereggenbach. Osttirol kann aber auch ganz anders, oder?
Hans: Auf jeden Fall! Es gibt richtig schöne Strecken in jedem Schwierigkeitsgrad und wohl nur wenige Regionen in den Alpen, wo man derart stressfrei und abwechslungsreich das Wildwasserpaddeln erlernen und ausüben kann.
Was macht den besonderen Reiz Osttirols und seiner Flüsse aus?
Hans: Osttirol liegt auf der Südseite der Alpen. Die ganze Atmosphäre ist daher südländisch, gemütlich. Und die Flüsse bieten von wuchtig bis verblockt, von abenteuerlich bis zum Landschafts-Sechser die ganze Bandbreite unseres Sports.
Euer Favorit unter Osttirols Flüssen?
Hans: Ganz klar die Isel. Genusswuchtwasser vom Feinsten mit Spielstellen ohne Ende.
Thomas: Dem schließe ich mich gern an.
Die schönste Jahreszeit in Osttirol?
Hans: Bei 300 Sonnentagen im Jahr ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Aber im Sommer, wenn die Isel schöne, hohe Wasserstände hat und es abends richtig lange warm ist, lässt es sich bei uns schon aushalten.
Hans, du bist in London geboren, hast einen amerikanischen Pass, bayerische Wurzeln und dich in Osttirol niedergelassen. Warum?Hans: Meine Freundin Brigitte stammt aus Lienz und es ist ihr nicht schwergefallen, mich für Osttirol zu begeistern. Neben Paddeln gehen wir auch viel Mountainbiken, Skitouren und Langlaufen. Zum Sporteln ist es in Osttirol einfach perfekt. Man hat alles vor der Haustür und in einer derartigen Qualität, dass man kaum noch wegfahren mag.
Der perfekte Paddeltag?
Hans: Die Hintere Isel bei schönem Sommerwasserstand und dann am Ausstieg in Bobojach ins Gasthaus, da gibt’s Wildspezialitäten vom Feinsten.
Thomas: Frühstück in einem Café in der Lienzer Innenstadt, anschließend einer der steileren Bäche und am Abend auf der Isel playboaten. Ausklingen lässt man den Paddeltag bei einem gemütlichen Bier und einem deftigen Essen im Gastgarten des »Himmelblau« gegenüber des La-Ola-Shops in Lienz.
Was unterscheidet den Osttiroler vom »gemeinen« Tiroler?
Thomas: Der größte Unterschied liegt sicher in der südlich geprägten Mentalität. Der Osttiroler orientiert sich mehr an Kärnten und Südtirol. Dies liegt aber hauptsächlich an unserer geografischen Lage, nicht an einer Antipathie zu Tirol.
Welches ist das ideale Kajak für Osttirol?
Thomas: Am besten man nimmt einen Creeker und ein Spielboot mit. Wer ein Slalomboot besitzt, kann sich noch an der Slalomstrecke auf der Drau austoben. Wenn jemand moderates Wildwasser bevorzugt, ist er in einem Riverrunner super aufgehoben und unterhalb von Lienz kommen die Wanderfahrer auf ihre Kosten.
Wohin geht's zum Après-Kajak?
Thomas: In Lienz ins »Cafe WHA«, ins »Eck« am Hauptplatz oder eben ins »Himmelblau«. Für die, die gar nicht heim wollen, bietet sich der »Beat Club« an.
Hans: Ich bin 52, da geht's nach dem Paddeln auf dem Couch ;-)
Welche Flussschmankerl erreicht man in der näheren Umgebung? Thomas: Soca, Lieser, Rienz, Möll, Saalach. Bei guter Schneelage stehen auch die Bäche rund um Tolmezzo/Friaul auf der Liste.
Infos
Hans Mayer betreibt in Lienz das La Ola Sportcamp mit Kanuschule, Rafting und Canyoning (www.laolasportcamp.at). Hans Mayer ist mit allen Wildwassern der Erde gewaschen, aber seine Wahlheimat Osttirol verlässt er nur noch ungern.
Thomas »Zimml« Zimmermann ist leidenschaftlicher Paddler, Organisator der Snowkajak-WM, Obmann des Osttiroler Kajak Clubs und Inhaber des Outdoorshops La Ola Lienz (www.laola.at).
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