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Szene

Freestyle is coming home: Interview mit Robert Sommer

10. April 2009 von Interview: Michael Neumann

Nach Augsburg 1995 wird Deutschland 2011 erneut Ausrichter einer Freestyle-Weltmeis­terschaft. Statt im Eiskanal rotiert man diesmal aber auf der Isar. KANU sprach mit dem Vater der WM, Robert Sommer.

Robert Sommer
Robert Sommer.

Robert, erstmal vielen Dank. Du hast ja mehr oder weniger im Alleingang die Freestyle-WM 2011 nach Deutschland geholt. Welche Austragungsorte standen noch zur Debatte?


Die Slalomstrecke von Foz do Iguacu in Brasilien war noch im Rennen, doch die Brasilianer haben ihre Bewerbun­g kurz vor der Entscheidung zurück­gezogen. Und nein, ich habe dere­n Komitee zuvor nicht mit Kuck­ucksuhren bestochen ;-).

 

 

Wer entscheidet, wohin eine WM vergeben wird?


Der Board of Directors des ICF in Rom hat auf Vorschlag des Freestyle-Komitees die Entscheidung getroffen. Das Komitee mit den Mitgliedern Christine Jackson (USA), Ingrid Schlott (D), Mike Birkbeck (GB), Jon Souillet (F) und Lluis Rabaneda (ES) als Chairman ware­n zur Ortsbesichtigung Ende Oktober in Plattlin­g. Da zeichnete sich schon ab, dass Plattling mehr als gute Chancen hat. Auch Eric Jackson, der amtierend­e Weltmeister, hat die Stelle getestet und für gut befunden.

Martin Koll loopt in Plattling.
Vorteil Plattling: an beinahe 200 Tagen im Jahr lädt die Isar Profis und Nachwuchs zum Training ein.
Foto: Jens Klatt

Was können die Freestyler von einer WM in Plattling erwarten?


Eine WM der kurzen Wege, eine WM der Aktiven sowie viele Aktionen und Veranstaltungen als Rahmenprogramm. Die Stadt Plattling wird eine Showbühne am Stadtplatz aufbauen. Jeden Tag wird dort eine Liveband spielen. Camping- und Reisemobilstellplätze werden in kürzester Entfernung zur Welle eingerichtet. TV-Übertragungen werden garantiert. Insgesamt wird sich Plattling als Veranstaltungsort im besten Licht präsentieren. Die Sportler UND Zuschauer sollen im Mittelpunkt stehen und die Kultur und Tradition Niederbayerns hautnah miterleben. Ein Event als Gesamterlebnis ist unser Ziel. Ein weiterer riesiger Vorteil ist, dass die Stelle ab sofort von jedem zu Trainings­zwecken genutzt werden kann. Sie kostet keinen Eintritt, hat beinahe rund ums Jahr Wasser und man trifft immer Gleichgesinnte aller Könnensstufen.

 

 

Soll die Stelle noch umgebaut werden?


Die Stelle an sich wird nicht umgebaut, aber der Uferbereich und das Veranstaltungsgelände werden grundlegend neu gestaltet. Vor allem die Uferbereiche werden möglicherweise zu Tribünen umfunktioniert, mit Treppenanlagen und vernünftigen Einstiegsstellen. Das Umfeld der Welle wird begradigt, neu bepflanzt und parkähnlich gestaltet. Auf der rechten Uferseite ist ein Funktionsgebäude geplant, das später als Kajak-Akademie, Shop und Vereinsheim genutzt werden soll. Und die Toilettenanlagen im Funktionsgebäude werden ein weiteres Problem der Walzennutzung nachhaltig aus der Welt schaffen. Besonders das Konzep­t, dass die Welle nach der WM noch besser für den Breitensport genutzt werden kann, war ausschlaggebend für die Vergabe an Plattling.

 

 

Gibt es eine Wassergarantie?


Nein, aber wir haben bei allen Terminen im Juni – wenn auch die WM stattfinden soll – immer gute bis perfekte Wasserstände gehabt. Aber wir müssen uns auch im Klaren sein, dass die Veranstaltung nach vier Wochen Dauerregen ins Wasser fällt.

 

 

Wann beginnen die Vorbereitungen und wer sitzt mit im Boot?


Die Vorbereitungen haben bereits begonnen. Platz genommen im Orgaboot haben der Rodeo-Wildwasser-Club Plattling e.V., die Stadt Plattling, der Bayerische Kanuverband, der Bayerische Landessportverband und die Firma Mega-Sports. Derzeit sind wir auf Sponsorensuche, entwickeln das Logo und stelle­n ein Organisationsgremium zusammen.

 

 

Steht die Stadt Plattling hinter der WM?


Der Stadtrat ist mit vollem Eifer dabei. Alle vorbe­reitenden Maßnahmen, die für die Bewerbung nöti­g waren, wurden im Einvernehmen mit den Verantwortlichen durchgeführt. Besonders bei den Behördengängen ist die Stadt Plattling immer ein verlässlicher Partner. Die Unterstützung geht aber weit darübe­r hinaus. Bürgermeister Schmid ist mit dem Stadtmarketing-Manager Josef Grimm die treibende Kraft, um die lokalen Unterstützer mit ins Boot zu holen. Auch die örtlichen Vereine und besonders die niederbayerischen Kanuvereine haben Unterstützung signalisiert. Plattling will auch nach 2011 das Mekk­a des Freestyle-Sports sein. Einen Vorgeschmack auf die WM können sich Teilnehmer und Zuschauer schon beim Eurocup 2009 holen, der vom 12. bis 14. Juni stattfindet.


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