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Szene

Herbert Rittlinger – Expedition am Amazonas

29. November 2011 von Maik Mersmann

Der bekannte Reiseschriftsteller Herbert Rittlinger beginnt 1936 seine Expedition zum Amazonas. Er möchte dem größten Strom der Erde von einem seiner höchsten Quellflüsse bis zur Mündung folgen. Bis Iquitos ist er per Muskelkraft im Kajak unterwegs. Danach besteigt er einen Amazonasdampfer, um mit ihm die verbleibenden 4800 Kilometer bis zum Delta am Pazifik zurückzulegen.

Neue Abenteuer am Horizont.
Foto: Herbert Rittlinger

Als Rittlinger 1935 in seine Heimat zurückkehrt, muss er feststellen, das Deutschland dem braunen Wandel unterliegt. Vereinskameraden, Nachbarn und Freunde haben sich den Nazis angeschlossen. Auch er bekommt die Umstellung zu spüren, als er kurz nach seiner Rückkehr zur Gestapo bestellt wird. Er kommt zwar recht glimpflich davon, allerdings werden ihm benötigte Gelder für die Amazonas-Reise 1936 gestrichen. Rittlinger entschließt sich, trotzdem zu fahren.

 

Er versucht, mit seinem Faltboot von einem der Oberläufe des Amazonas, dem Maranon, bis zum Pazifik zu paddeln. Aber er muss nach einigen Dutzend Kilometern sein Vorhaben beenden: Unfahrbare Wasserfälle, unterirdische Wasserläufe und extremes Wildwasser rauben ihm seine letzte Kraft. Immer wieder muss er sein Boot durch den dichten Urwald tragen, er kommt kaum voran. Er hat mit Malaria und der Höhenkrankheit zu kämpfen. Eine Alternative muss her. Mithilfe zweier Indianer überquert Rittlinger den Kordilleren-Kamm und steigt auf dem zweiten Quellfluss, dem Huallaga, auf rund 1800 Meter Höhe wieder ein. Der Huallaga ist bis auf einige heftige Stromschnellen am Anfang zwar schnell, aber glatt zu befahren. Rittlinger kann von hier aus bis Iquitos fahren, wo er den Amazonasdampfer besteigt und seine Reise bis zur Mündung fortsetzt. Unterwegs begegnet er wilden Indianern, kommt aber auch an Siedlungen, Dörfern und Städten vorbei.

 

Mehr Informationen findet ihr in der Dokumentation der Ausstellung »Herbert Rittlinger (1909-1978), der Dichter im Kajak«, ISBN 978-3-0-027374-2, 15 €, zu beziehen über den Klosterladen Seeon.

Amazonas 2.0 - auf Rittlingers Spuren

21.11.2011

Kajakexpedition Marañón – auf Rittlingers Spuren

Es sollte sein tollkühnstes Abenteuer werden. 1937 beschloss der Schriftsteller Herbert Rittlinger, der als deutscher Hemingway galt, mit einem Faltboot den Amazonasquellfluss Marañón bis zur Mündung zu befahren. Er bezahlte es fast mit dem Leben. 2012 wird erneut ein deutsches Team erstmalig versuchen, den Marañón mitsamt seiner Wasserfälle und unterirdischen Verläufe auf voller Länge zu befahren. Mit im Team ist der Enkel Rittlingers, der sich in Peru auf die Spuren seines legendären Großvaters machen wird.

Zusätzliche Informationen und Links

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