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Teva Extreme Outdoor Games 2009
19.06.2009 von Isabell Müller, Anne Hübner, Judith Prechtl
Von 10. bis 14. Juni gingen auf der Chiusella und dem Wildwasserkanal von Ivrea in Italien die Teva Extreme Outdoor Games 2009 über das Wasser. Den Gesamtsieg holte sich der Slowene Dejan Kralj, Jakobus Stenglein wurde als bester Deutscher 7. Bei den Damen ging der Sieg mit Anne Hübner nach Deutschland.
Sam Sutton am Chiusella. Foto: Peter Lintner/adidas-sickline
Zum siebten Mal wurden dieses Jahr die Teva Extreme Outdoor Games in Italien ausgetragen. Diesmal fand das Event nicht wie gewohnt im Val Sesia, sondern im gut 50 Kilometer von Turin entfernten Ivrea, dem Austragungsort der Abfahrts-WM 2008, statt. Um bei den Teva-Games zu siegen, mussten die Teilnehmer sowohl bei Sprint- und Teamrennen auf dem Chiusella als auch bei Slalom- , Team- und Sprintbewerben und einem BoaterX auf dem Wildwasserkanal in Ivrea erfolgreich sein. Neben der Einzelwertung ging es dabei auch als nationales Team um eine gute Platzierung. Wie in den Jahren zuvor gab es neben den Kajak-Wettkämpfen noch Mountain-Bike, Trail-Running und Boulder Wettbewerbe, die alle in Ivrea an der Wildwasser-Strecke ausgetragen und dort von reichlich Publikum verfolgt wurden.
Media-Show: Teva Extreme Outdoor Games 2009
Gefühlte fünf Einwohner: Fondo an der Chiusella war Schauplatz der ersten beiden Tage bei den Teva Games 09. Foto: Arnd Schäftlein
Die ersten beiden Tage der Outdoor Games verbrachten die 50 internationalen Paddler im beschaulichen, mit geschätzten fünf Einwohnern auch sehr überschaubaren, Fondo an der Chiusella. Erstmals wurden auf dem relativ unbekannten Sesia-Zufluss die Sprintbewerbe ausgetragen. »Hier mussten die Wettkämpfer eine Strecke mit größeren Schwierigkeiten und extremerem Wildwasser als im letzten Jahr an der Egua bewältigen«, sagt Anne Hübner die als ein von vier Damen am Rennen teilnahm. Die Erkundungsfahrten auf der Chiusella endeten für das deutsche Team mit hohen Ausfällen: Philip Baues, Benny Herbrugger und Andi Pfeiffer verbrachten den Rest des Tages mit einer ausgekugelten Schulter, einem Muskelfaserriss in der Schulter sowie einem Kapselriss und angebrochenem Mittelfuß im Krankenhaus.
Media-Show: Teva Extreme Outdoor Games 2009 - Nachschlag
Kriterium: der hohe Fall an der Super-Sprint-Strecke der Chiusella. Foto: Arnd Schäftlein
Ausfälle im Team Deutschland
Das Rennen startete am Donnerstagmorgen ohne die drei deutschen Jungs. Der erste Durchgang wurde auf einer 500 Meter langen Strecke mit vielen kleinen Rapids ausgefahren. Im Damenrennen konnte sich Anne Hübner gleich an die Spitze der Wertung vor Katerina Migdauova aus Tschechien und Valerie Bertrand aus Norwegen setzen. Die besten 20 Herren durften sich am Nachmittag beim »Super-Sprint« auf einem noch anspruchsvolleren Abschnitt der Chiusella ein weiteres Mal beweisen. »Die größten Schwierigkeiten der Strecke waren ein 8 bis 10 Meter hoher Wasserfall und eine fiese Rücklaufstufe kurz vor dem Ende, die einigen der besten Fahrer zum Verhängnis wurde«, berichtet Anne Hübner. So auch dem Neuseeländer Sam Sutton, der zunächst auf Goldkurs lag, ehe er kurz vor dem Ziel dem anspruchsvollen Kurs Tribut zollen musste. Im Kampf mit dem Rücklauf ließ Sutton wertvolle Zeit für den Gesamtsieg liegen. »Von den besten 20 Männern hatte als einziger Honza Lasko aus Tschechien einen fehlerfreien Lauf«, so Hübner. Der Tscheche konnte mit einer Zeit von 1.32,36 Minuten vor Mike Dawson aus Neuseeland und Jakobus Stenglein aus Deutschland das Rennen für sich entscheiden.
Anspruchsvoll: für die Top20 wurde beim Super-Sprint nochmal ein Schäufelchen nachgelegt.
Foto: Arnd Schäftlein Foto: Arnd Schäftlein
Team-Weltmeisterschaft
Am nächsten Tag stand das Team-Abfahrtsrennen über eine etwa 8 Minuten lange Strecke auf der Chiusella auf dem Programm. Dieses war gleichzeitig der erste Lauf der Mannschafts-Weltmeisterschaft. Auf dem überaus anspruchsvollen Kurs gab es wieder nur 6 Teams, die ohne Probleme im Ziel ankamen. Hier konnten sich die Kiwis Sam Sutton, Jared Meehan und Mike Dawson dank einer klaren Linie und den vielen Rollen, Schwimmern und kaputten Booten ihrer Konkurrenten an die Spitze der Teamwertung setzen. Die Teams aus Frankreich (Eric Deguil, Fabrice Poyeto und Max Mitaut) und Slowenien (Andraz Krpic, Andrej Bijuklic und Luka Stricelj) schafften es auf die Plätze zwei und drei.
Szenenwechsel: An Tag 3 & 4 wurden die Rennen am Wildwasserkanal in Ivrea ausgefahren. Foto: Arnd Schäftlein
Der Rest der Wettkämpfe - Sprint, Extrem-Slalom, Boater X und der zweite Lauf zur Extrem-Kajak-Mannschaft-Weltmeisterschaft, der Mannschafts-Slalom - wurde vor der malerischen Kulisse der norditalienischen Kleinstadt Ivrea, auf einer der anspruchsvollsten künstlichen Wildwasserstrecken Europas, ausgetragen. Für den Slalom übernahm Enrico Lanzarotto die Streckenaushängung. »Der italienische Ex-Slalomfahrer entscheid sich für eine extrem schwierigen Kurs, so dass nur wenige Kajaker die Strecke fehlerfrei meisterten«, berichtet Hübner. »Wieder konnte die Neuseeländische Mannschaft den Team-Slalom für sich entscheiden und sicherte sich somit den Titel Extrem-Kajak-Mannschaftsweltmeister. Der zweite Platz ging ebenfalls wieder an die Franzosen und dritter wurden die Tschechen, die mit Katerina Migdauova, Honza Lasko und Matej Sottner an den Start gingen und als dritte Mannschaft den Kurs fehlerfrei bewältigten. Den Slowenen reichte ein vierter Platz um ihren dritten Platz in der Gesamtwertung zu behalten.«
Den Einzel-Slalom machten die erfahrenen Slalom Spezialisten unter sich aus. Den Sieg holte sich der Slowene Dejan Kral vor den Neuseeländern Mike Dawson und Jared Meehan. Bei den Damen ging der Sieg an die neuseeländische Weltcup-Slalom-Fahrerin Louise Jull. Beim Sprint-Rennen setzten sich nach zwei Läufen die addiert wurden der Italiener Filippo Brunetti mit einer Gesamtzeit von 1.39,00 Minuten vor Michele Ramazza (1.39,26 min) vor Sam Sutton (NZL, 1.39,54 min) an die Spitze. Bei den Frauen konnte Anne Hübner mit einer Gesamtzeit von 1.52,75 Minuten das Rennen für sich entscheiden.
Als abschließender Bewerb stand am Sonntag der BoaterX auf dem Programm. Foto: Arnd Schäftlein
Nach der Party am Samstag Abend war am letzten Tag noch der letzte Lauf für die Gesamt-Wertung, der BoaterX an der Reihe. Bei spannenden Heats schieden einige der Favoriten wie Dejan Kralj schon in den Vorläufen aus. Das Finale der Männer konnte der Deutsche Jakobus Stenglein, dritter der Gesamtwertung 2008, vor den Slowenen Luka Stricelj und Andraz Krpic für sich entscheiden. Vierter im Finale wurde Michele Ramazza (ITA). Den Boater Cross der Frauen gewann Louise Jull (NZL) vor Hübner und Katerina Migdauova (CZE).
Der Gesamtsieg der Teva Extrem Outdoor Games ging nach vier spannenden und herausfordernden Läufen bei den Männern an Dejan Kral (SLO) vor Mike Dawson (NZL) und Luca Stricelj (SLO). Vorjahressieger Honza Lasko (CZE) wurde achter. Bester Deutscher wurde Jakobus Stenglein auf Platz 7. Anne Hübner holte sich vor ihren Konkurrentinnen Katerina Migdauova (CZE) und Valerie Bertrand (NOR). Der Weltmeistertitel in der Teamwertung ging an die Neuseeländer Sam Sutton, Jared Meehan und Mike Dawson, die am Ende 15 Sekunden Vorsprung auf das zweitplatzierte Team aus Frankreich verbuchen konnten. Slowenien konnte sich den dritten Platz sichern.
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