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Fotos: Gelungene Premiere der Münchner Freestyle-Meisterschaft
22.09.2009 von Judith Prechtl
Fünf Heimsiege, 52 gut gelaunte Teilnehmer und ein hoher Promi-Faktor im Publikum - am Sonntag ging am Rande des Oktoberfests die erste Münchner Freestyle-Meisterschaft auf der Floßlende über die Bühne.
»Wir haben keine Startnummern mehr!« Leichte Unruhe am Sonntagvormittag bei den Organisatoren der ersten Münchner Freestyle-Meisterschaft an der Floßlende der Isar. Bereits seit 20 Minuten ist die Anmeldezeit verstrichen und trotzdem nimmt die Schlange kein Ende. Mit diesem Ansturm hat bei der Premiere dieses »kleinen« aber feinen Rodeos keiner gerechnet. Insgesamt 52 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und sogar Südafrika wollen auf der Mini-Walze um die Wette wheelen. Im, dank vieler Oktoberfest-Besucher sehr feschen Publikum, mangelt es nicht an internationalen Größen. Frisch von der Kanumesse finden sich unter anderen Pro-Paddler Steve Fisher und Freestyle-WM-Organisator Simon Hirter im Kreis der Schaulustigen ein.

- Freut nicht nur den Nachwuchs: die Veranstalter hatten für beste Verpflegung gesorgt.
Foto: Matthias Breuel
Wenig später legen die Juniorinnen mit den Vorläufen los. Vor allem die Zahl der Nachwuchspaddler die ihren Weg nach München gefunden haben ist bemerkenswert. Mit Anne Grüb und Julia Spaaij sitzen zwei bisher unbekannte Mädels im Kehrwasser. Die Jungs werden in zwei Klassen geteilt, so dass bei den unter 16-Jährigen sieben und bei den 16- bis 18-jährigen Burschen neun Teilnehmer um den Sieg kämpfen. Der Wettkampf wird nach dem Sessions-Prinzip ausgefahren, bei dem pro Teilnehmer zwei Minuten auf das Zeitkonto eines Heats gebucht werden. Für die beiden Mädels heißt das vier Minuten Dauerpaddeln, denn wird eine ausgespült ist sofort die andere an der Reihe. Im Regelfall sitzen fünf Teilnehmer im Kehrwasser wodurch in den zehn Minuten zumindest kurz Zeit zum Durchatmen bleibt. Die besten fünf jeder Klasse qualifizieren sich fürs Finale wobei bei den Juniorinnen und im C1 nur die Startreihenfolge festgelegt wird. Bei den K1-Herren geht es zunächst um den Einzug ins Halbfinale.
Nach den Vorläufen steht das heiß erwartete Fun-Race auf dem Programm. Kaum ein Teilnehmer möchte sich dieses entgehen lassen, auch wenn sich OK-Chef und (Haupt)-Sprecher Julian Mihé vorab keine exklusiven Infos zur Aufgabe aus der Nase ziehen lässt. Schließlich geht es um Geschwindigkeit und Strategie. Nach einem Massenstart am Beginn der Floßlände gilt es im ersten Kehrwasser eine gelbe Gummi-Ente zu fangen und dabei möglichst im Gedränge nicht unter zu gehen. Mit der Ente im Gepäck geht's zügig dem Ziel entgegen. Ein kurzer Sprint am Trockenen bis zum Preisvergabe-Bus legt die Platzierungen fest und erlaubt jedem Teilnehmer einen Griff in die Preiskiste. Speziell belohnt werden die schnellsten sieben Teilnehmer. Paddeltaschen von Kober, Neo-Schuhe von Teva und ein Paddel von TyWarp konnten die Organisatoren als Siegesprämien für die Plätze 7 bis 3 klar machen. »Für Platz 2 und 1 sind uns leider die Preise ausgegangen«, verrät Julian den Haken am sonst einfachen Rennverlauf. Wer kräftig einsacken will, muss seinen Ehrgeiz also zügeln, denn für den Zweiten gibt's eine handliche Woodoo-Statue, der Sieger darf sich über eine Ananas freuen. Vor den Augen unzähliger Zaungäste wird die Floßlende schließlich zum Schauplatz einer spektakulär-choatischen Massenbefahrung aus der Boby Frieser als »Retter der Ananas« hervor geht.
Fünf Heimsiege der Münchner Locals
Nach dem Halbfinale der K1-Herren fällt bei den Juniorinnen die erste Entscheidung des Tages. Ungleich zu den Vorläufen wird im Finale jeder Move nur noch einmal gewertet, was bei den Juniorinnen zum ungewöhnlichen Ergebnis von zwei Siegerinnen führt. Julia Spaaij (PFT Tübingen) und Anne Grüb (DTKC München) teilen sich Rang 1. In der Schülerwertung »15 Jahre und jünger« kann sich München-Local Wolfram Seiden (ESV) durchsetzen. Platz zwei geht an Heiko Stiebing vom stark vertretenen Freestyle Team Baden vor Jan Hagenkord (ESV). Bei den Junioren geht der Sieg ebenfalls nach München. Daniel Kazemi (TGM) gewinnt vor Daniel Riedmüller (Saarbrückener KC) und Johannes Schmidt (KC Speyer).
Bei den Damen verabschiedet sich die nach dem Vorlauf deutlich führende Anne Hübner schon nach wenigen Minuten aus dem Kehrwasser und vergibt somit die Chance auf den Sieg. Von ihren Gegnerinnen kann Ingrid Schlott (MTV) die zehn Minuten am besten nutzten und setzt sich mit fast 200 Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierte Gudrun Lehner (NF Innsbruck/AUT) an die Spitze. Platz drei geht an Anne Hübner die in der kurzen Zeit genug zeigen konnte, um sich ihren Podestplatz zu sichern.
Die K1-Herren stellen schließlich unter Beweis, dass auch auf einer kleinen Walze wie dem Wettkampfspot an der Floßlände satte Air-Moves möglich sind. Nach Vorläufen und Halbfinale liegt Seppi Strohmeier (TGM) vor Martin Koll (AKV) an der Spitze. Beide lassen mit ihren präzisen Air-Loops, McNastys, Luna-Orbits, ... keinen Zweifel daran, zwischen wem sich der Kampf um den Titel am Sonntag abspielt, aber auch Altmeister Olli Grau, der Franzose Val Grollmund und Markus Leppänen sind heiß auf den Sieg. Die Entscheidung fällt am Ende deutlich für den Münchner Seppi Strohmeier aus. Mit 1010 Punkten siegt er vor Martin Koll (592,5 Punkte) und Val Grollmund (245 Punkte). Platz 4. geht an Olli Grau vor Markus Leppänen. Im C1 erzielt der Augsburger Fabian Krummreich (AKV) den Top-Score. Platz zwei geht an Philipp Hitzigrath (Ulmer Kanufahrer) vor C1-Neuling Daniel Riedmüller (Saarbrückener Kanufahrer).
Mit fünf Heimsiegen, dem großen Teilnehmer-Ansturm und vielen Zaungästen ist die erste Münchner Freestyle-Meisterschaft durchwegs erfolgreich verlaufen. Ein großes Lob verdienen sich die Veranstalter, die ihr Premieren-Rodeo bestens ausgerichtet und den Teilnehmern mit kostenloser Verpflegung und vielen Preisen einiges geboten haben. Weiter so, wir hoffen auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr!
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22.09.2009
© KANU-Magazin
Autor: Judith Prechtl
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