Der frühe Vogel fängt den Wurm:
Neben der Wahl der Location ist auch die Wahl der Uhrzeit essenziell für ein gelungenes Foto. 90 % der Bilder eines Profis entstehen am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang, denn nur eine möglichst flach stehende Sonne sorgt für die perfekte Ausleuchtung des Motivs. Perfekt zum Abpassen solcher Situationen sind Mehrtagestouren, wenn man ohnehin direkt am Wasser campiert und die Boote am Ufer bereitliegen. Ist nachts am Lagerfeuer Sternedeuten angesagt, lohnt der Kontrollblick frühmorgens aus dem warmen Schlafsack. Keine Wolke am Himmel? Dann nix wie los, die Kameraden wachgetrommelt (die man am Vorabend bereits mit einer Extrarunde Rotwein gefügig gemacht hat) und ab aufs Wasser. Oft dankt der noch junge Tag die Extrarunde vor dem Frühstück mit mystischen Nebelstimmungen, die durch den Temperaturunterschied von Wasser und Luft entstehen, oder spiegelglatten Wasseroberflächen, da die Kühle der Nacht thermische Winde noch unterbindet.
Der späte Vogel auch:
Was für den Morgen gilt, hat natürlich auch am Abend Gültigkeit. Mehr noch, denn das Licht kurz vor Sonnenuntergang ist noch ein Spür weicher und intensiver als am Morgen. Zudem ist auch der Fotograf bedeutend wacher und dementsprechend kreativer ;-) Verschieben Sie daher das Zeitfenster ihrer Tour etwas nach hinten. Warum schon um 15 Uhr vom Bach, wenn doch zwischen 16 und 18 Uhr beste Lichtverhältnisse herrschen?
Eine Frage des Standpunktes:
Nichts gegen Bilder aus einer wasserdichten Kompaktknipse, während des Paddelns aus der Hüfte geschossen. Diese runden jeden Vortrag ab. Doch wer perfekt komponierte Eyecatcher will, die sich dem Betrachter auf den ersten Blick erschließen, tut gut daran, mit den gängigen Sichtwinkeln beim Paddeln zu brechen: Klettern Sie auf Bäume, krabbeln Sie das Steilufer rauf, erklimmen Sie Brücken oder kauern Sie auf knapp über der Wasseroberfläche gelegenen Kiesbänken in der Froschperspektive.