Paddeln von A bis Z und die wichtigsten Grundtechniken aus der Paddel-Fahrschule - hier erfahren Sie 100 Tipps für Kanu-Einsteiger. Lassen Sie sich vom Paddelvirus anstecken.
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Know-How
So werden Sie Paddler - Basiswissen für Einsteiger
Seien Sie gewarnt! Auf diesen Seiten lauert ein tückischer Virus. Aber wahrscheinlich ist es längst zu spät, denn schon der erste Kontakt ist ansteckend. Die Rede ist vom Paddelvirus. Er befällt all jene, die sich schon immer nach einem besonderen Hobby gesehnt haben. Die maximale Erholung wollen, Abenteuer und Natur pur. Die ausgetretene Pfade verlassen und eine ihnen vermeintlich bekannte Welt neu entdecken wollen.
Eine Heilung ist leider ausgeschlossen und Linderung erfährt nur, wer die Dosis erhöht. Und wie es sich für einen guten Virus gehört, versteht er sich auf Mutationen. War Ihnen gestern noch das gemütliche Bummeln auf deutschen Binnenseen genug, muss es heute ein rauschender Wildbach in den Alpen sein. Und morgen? Spüren Sie auch schon diesen Ruf nach Meer und Salzwasser?
Nur gut, dass der Kanusport in all seinen Facetten da mithalten kann. Also lassen Sie sich ruhig anstecken! Auf den folgenden Seiten verrät Ihnen das Kanu-ABC, alles was Sie als angehender Paddler wissen sollten.
A wie Abenteuer bis A wie Aussteigen
Abenteuer
... kann man mit dem kleinen Boot viele erleben, und sei es bei der Feierabendtour auf dem Gewässer vor der Haustür. Es ist nur alles eine Frage der richtigen Einstellung!
Ahoi!
Paddlergruß, der Seemannssprache entlehnt.
Aller Anfang ist schwer?
Von wegen, denn erste Schritte auf dem Wasser sind schnell erlernt. Dann wird's schwerer, denn es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wer mehr will, sollte üben, nicht zu schnell zu viel wollen und sich nicht überschätzen.
Angler
Nutzungskonkurrent an den Gewässern. Angler wollen ihre Ruhe, da sind vorbeiziehende Paddlerhorden oft ein Dorn im Auge. Tipp: zügig und im größtmöglichen Abstand vorbeipaddeln, ein freundlicher Gruß hat noch nie geschadet.
Ausrüstung
Das A und O einer erfolgreichen Kanukarriere ist eine passende, vollständige und gepflegte Ausrüstung. Das fängt bei der geeigneten Bootswahl an und hört bei richtiger Bekleidung und dem passenden Sicherheitszubehör noch lange nicht auf.
Aussteigen I
Freiwilliges Verlassen des Bootes am Ufer. Die Bewegungsabfolge ist genau gegensätzlich zum Einsteigen.
Aussteigen II
Unfreiwilliges Verlassen des Bootes nach einer Kenterung, dann unter Wasser. Diese Form des Aussteigens sollte unter kontrollierten Bedingungen immer wieder geübt werden, das nimmt die Angst vorm Umkippen. Abhilfe schafft die Eskimorolle.
B wie Bekleidung, Befahrungsregeln, Bootstypen, u.v.m.
Bekleidung
»Dress for water, not for air« heißt es im Englischen. Bedeutet: Die Bekleidung soll der Wassertemperatur angepasst sein (Kälteschutz), nicht der Lufttemperatur. Ansonsten reicht für erste Schnuppertouren im Hochsommer schnell trocknende und bequeme Freizeitkleidung (möglichst keine Baumwolle, Ersatzwäsche nicht vergessen), erst wenn der Kanusport auf der Liste der Lieblingshobbys nach oben rutscht, ist spezielle Paddelkleidung nötig
Befahrungsregeln
... werden oft zum Schutz empfindlicher Naturräume an Gewässern ausgesprochen und regeln die Erlaubnis zur kanusportlichen Nutzung. Die Beschränkungen findet man in Flussführern und Fahrtenberichten, eine aktuelle Auflistung steht im DKV-Sportprogramm, herunterladbar unter www.kanu.de (Suche: Sportprogramm). Bitte erst informieren, dann paddeln!
Beste Zeit
Paddeln hat ganzjährig Saison. Je unwirtlicher allerdings die äußeren Bedingungen, desto mehr Augenmerk bedürfen Ausrüstung und Bekleidung (oben). Auch eine Portion Erfahrung gehört dann mit an Bord.
Bootsgassen
... oder Bootsrutschen sind zusätzliche Einbauten an Wehren, die ein sicheres Überwinden des Höhenunterschiedes ermöglichen. Oft wird die Nutzung auf Tafeln erklärt, etwas Paddelerfahrung sollte man aber schon mitbringen. Ganz wichtig: in einer Bootsgasse nie steuern, denn diese sind so gebaut, dass das Boot genau in der richtigen Spur geführt wird.
Bootshaus
... wird das Domizil aller Kanuvereine genannt, die direkten Gewässerzugang haben. Bootshäuser sind ein Quell an Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten, Treffpunkt, Ein- und Ausstieg, oft auch komfortable und preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit und besonders in Großstädten oft ein privelligierter Ort der Ruhe inmitten des hektischen Gewusels.
Bootstypen
... gibt es fast so viele wie Paddlertypen. Vom extrem kurzen Spielboot bis zum überlangen Drachenboot, vom Einzelsitzer bis zum Mannschaftsboot. Bootstypen
unterscheiden sich in Paddelstil (Kanu, Kajak, Kanadier) und Einsatzbereich.
C wie Camping und D wie Dachtransport
Camping
Paddler sind fast alle auch Camper. Das Übernachten am Fluss mit Lagerfeuerromantik nimmt für viele einen größeren Stellenwert ein als das Paddeln selbst. Und: Mit dem Kanu erreicht man Schlafplätze, die allein uns Paddlern vorbehalten sind.
Cuisine
Die Paddlerküche ist meist bodenständig und einfach. Paddlers Lieblingsessen scheint Pasta mit Soße zu sein: leicht zuzubereiten, nahrhaft, gruppenkompatibel. Auf Platz 2 folgt alles, was sich grillen lässt.
Dachtransport
Da kommt man nicht drumherum, will man ein festes Kanu ans Gewässer seiner Wahl bringen. Achten Sie auf einen passenden Dachträger für Ihr Auto, die geeigneten Gurte mit Klemmschnallen, eine zusätzliche Abspannung vorne und hinten zur Stoßstange bei langen Kanus und überschreiten Sie die Dachlast nicht. Alternative: Faltboote.
Doppelpaddel
... sind die Werkzeuge der Kajakfahrer. An einem Besenstiel sind an beiden Enden Bretter befestigt, die wechselseitig ins Wasser getaucht werden – grob genommen. Im wahren Leben reicht die Spanne vom beschriebenen Holzpaddel bis zum HighEnd-Leichtpaddel aus Carbonfaser, nicht schwerer als sechs Tafeln Schokolade.
E wie Einsteigen, Eskimorolle, Extremsport, ...
Einsteigen
Es ist nicht so leicht, vom festen Land ins schwankende Boot zu kommen. Profis bedienen sich der sogenannten Paddelbrücke: Das quer über das Boot gelegte Paddel bietet eine solide Abstützung zum Ufer hin. Beim Kanadier hilft man sich gegenseitig.
Eskimo
... waren die Erfinder des Kajaks und der nach ihnen benannten Eskimorolle (unten). Mit ihren schlanken Booten pirschten sie lautlos durchs Eismeer auf der Jagd nach Robben.
Eskimorolle
... nennt man das Wiederaufrichten des Bootes nach einer Kenterung. Diese von den Inuit erfundene, und vom Österreicher Pawlata in die Neuzeit gerettete, Technik macht ein Aussteigen unter Wasser unnötig, man ist gleich wieder einsatzbereit und braucht nicht mühsam das Boot ans Land zu bringen und zu leeren.
Extremsport
Klar, Kanufahren kann auch Extremsport sein, muss es aber nicht. Hohe Wasserfälle und wilde Expeditionen sind jeweils nur eine Facette des vielschichtigen Abenteuers Kanufahren. Und nein, wer einen Wasserfall höher als zehn Meter befährt, ist noch lange kein Verrückter. Der Rekord liegt derzeit bei 56 Meter!
F wie Faltboot, Flussführer, Fahrtechnik, ...
Faltboote
... sind jetzt schon über 100 Jahre im Gebrauch und eignen sich besonders für diejenigen Paddler, die wenig Platz zum Lagern oder zum Transport von Kanus haben. Faltboote gibt es als Kajaks oder Kanadier, beiden gemein ist, dass ein zusammenlegbares Gerüst mit einer wasserdichten Haut überspannt wird und daraus ein Kanu entsteht.
Fahrtenbuch
... wird hauptsächlich von Vereinspaddlern geführt. In ein kleines Büchlein wird jede Kanutour mit Ein- und Ausstiegsstellen, der Entfernung dazwischen, den besonderen Begebenheiten und dem Wasserstand notiert. Vielpaddler reichen ihr Fahrtenbuch zum Jahresende beim Deutschen Kanu-Verband ein und bekommen dafür ein Wanderfahrerabzeichen.
Fahrtechnik
Von den schnell und leicht erlernbaren Grundschlägen (Kajak- und Kanadierfahrschule unten) ausgehend, kann eine fortgeschrittene Fahrtechnik das Leben als Paddler leichter, sicherer und effizienter machen. In Kanuschulen und -kursen kann weiterführende Fahrtechnik gelernt werden. Ebenso wichtig ist die Fahrtaktik, das »Lesen« des Wassers und die richtige und sichere Einschätzung von Strömungen und äußeren Bedingungen.
Flussführer
... gibt es für fast alle Gewässer in Deutschland, in Europa, ja, weltweit. Ein guter Flussführer nennt geeignete Ein- und Ausstiegsstellen, die Entfernung und die vorkommenden Schwierigkeiten, beschreibt Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur. Besonders hilfreich ist, wenn Übernachtungsplätze, Kanuverleiher und Shuttlealternativen erwähnt werden.
Führerschein
... braucht man keinen zum Kanufahren. Der Deutsche Kanu-Verband hat sich allerdings mit anderen europäischen Kanu-Verbänden dem Konzept des Europäischen Paddel-Passes (EPP) angeschlossen. Der EPP ist kein Führerschein, sondern ein fünfstufiger Leistungsnachweis, der den Könnensstand des Kanuten beschreibt. EPPs kann man bei Kanuschulen, Kanuvereinen und guten Kanuvermietern erlangen. Kritiker befürchten, dass sich mit Verbreitung des EPP vielleicht doch Beschränkungen der Fahrerlaubnis ergeben können.
G wie Gefahren, Gewitter & Gurus
Gefahren
Wasser hat keine Balken. Dennoch ist Kanufahren ein sicherer Sport, wenn man einige Grundregeln berücksichtigt. Hauptgefahren für den Kanufahrer sind künstliche Einbauten an Flüssen (Wehre, niedrige Brücken) und Unterkühlung bei widrigen Wetterbedingungen. Hier hilft eine umfassende Vorbereitung der Fahrt (z.B. durch Flussführer) und die richtige Ausrüstung und Bekleidung.
Gewitter
... sind für alle Natursportler zum einen ein beeindruckendes Erlebnis, zum anderen bergen sie aber auch Gefahren: Blitzschlag, widrige Winde, Starkregen und nachfolgendes Hochwasser. Bei Gewitter gilt, möglichst umgehend das (hoch gelegene) Ufer ansteuern und »abwettern«.
Gurus
... gibt es beim Kanufahren genauso wie in allen anderen Sportarten. Gurus können alles perfekt, sind Ideale zum Nacheifern, unerschöpfliche Datenbank an Gewässerdetails, Erfahrungen, Lagerfeuerstories.
H, I & J wie Hindernisse, Helm, Insider, J-Schlag, ...
Helm
... gehört zur Wildwasserausrüstung und schützt den Kopf vor Beulen. Auch auf manchem Kleinfluss haben sich Helme bewährt, oft hängen hier Äste und Buschwerk bis dicht über die Wasseroberfläche.
Hindernisse
... lassen sich unterscheiden in natürliche und in künstliche Hindernisse, und darin jeweils in angeströmte (Felsen) und durchströmte (Bäume, Wehre) Hindernisse. Sie bieten Gefahren, vor allem auf fließendem Wasser. Vorausschauendes Fahren und eine gute Fahrtechnik sind gute Voraussetzungen für die frühzeitige Erkennung und das sichere Umgehen der Hindernisse.
Insidertipps
... machen manche Kanutour zu etwas ganz Besonderem. Lauschen Sie den Erzählungen anderer Paddler und scheuen Sie sich nicht, um Tipps zu bitten. Insidertipps finden Sie auch in den Foren von www.faltboot.de, www.seekajakforum.de und www.kanumagazin.de.
Indianer
... haben den Kanadier als Transportboot für Vorstöße ins Hinterland perfektioniert. Von den Indianern kam dieser Bootstyp über Nordamerika auch nach Europa.
JA!
Sagen Sie Ja zum Paddeln. Warum? Darum.
- Paddler sind frei. Kein Stau, keine Termine, kein Stress.
- Paddler genießen die Natur exklusiv. Viele Flüsse und Seen, Strände und Schluchten sind nur mit dem Kanu zugänglich.
- Paddler sind Sportler oder Faulenzer; Abenteurer oder Genießer; allein, mit der Familie oder Freunden unterwegs – ganz, wie es ihnen gefällt.
- Paddler entdecken die Welt: Südfrankreich, Schweden, Kanada – die schönsten Gewässer fließen durch die schönsten Landschaften.
- Paddler entdecken auch Deutschland neu: McPomm, NRW, Bayern – paddeln kann man überall.
K wie Kanu-Kajak-Kanadier, Kehrwasser, Kinder, ...
Kanu - Kajak - Kanadier
Schöne Begriffsvielfalt in der deutschen Sprache. Kanu ist der Oberbegriff für alle Arten von Paddelbooten, in denen der Fahrer mit Blick in Fahrtrichtung sitzt und das Paddel frei in der Hand führt. Kanus unterscheidet man in Kajaks und Kanadier. Das Kajak ist das Jagdboot der Eskimos, meist komplett bis auf eine kleine Sitzluke geschlossen und wird mit dem Doppelpaddel vorwärtsgetrieben. Der Kanadier ist das Transportboot der Indianer, oben offen und er wird im Kniesitz mit dem Stechpaddel vorwärtsbewegt. Puristen unterscheiden wiederum zwischen Kanadier (Mensch) und Canadier (Boot).
Kanukarriere
... dauert oft lebenslang. Nach ersten Erfahrungen auf stehendem oder leicht strömendem Wasser kann sich der Kanute in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Ausgedehnte Gepäckfahrten, spannende Wettkämpfe, die Herausforderungen von Wildwasser oder hoher See – einem Kanuten wird nie langweilig.
Kanuschulen
bieten vom Anfängerkurs bis zu Führungsfahrten für erfahrene Paddler ein umfassendes Schulungskonzept. Wer lieber in der Gruppe lernt und sich von erfahrenen Kanulehrern zeigen lassen will, wie es richtig geht, ist hier genau richtig. In Kanukursen kann man oft auch verschiedenes Bootsmaterial ausprobieren, was anschließend der Kaufentscheidung dient. Achten Sie auf das Gütesiegel »VDKS« oder »ACA«.
Kanushop
Ein guter Kanuladen ist der erste Anlaufpunkt, will man sich eine eigene ? Ausrüstung zulegen. Wichtig ist eine fachkundige Beratung, die perfekt auf die jeweiligen Anforderungen und Wünsche des Kunden eingeht. Manche Kanuläden bieten Schnupperveranstaltungen und Testivals an, bei denen verschiedene Bootstypen ausprobiert werden können. Ein guter Kanushop weiß zudem meist, wo man in der Region am besten das Paddeln lernt, siehe auch Kanuschule oder Verein.
Kehrwasser
... sind der sichere Hafen auf Fließgewässern. Da kann die Strömung noch so reißend sein, im Kehrwasser kann man anhalten, verschnaufen, sich umschauen. Kehrwasser erfordern aufgrund ihres Strömungsunterschiedes aber auch eine sichere Paddeltechnik beim Anfahren oder Verlassen. Kehrwasserfahren ist das A und O des Kanufahrens und sollte immer wieder geübt werden. Kehrwasser bilden sich nahe des Ufers sowie hinter Steinen und Brückenpfeilern.
Kenterbier
Beliebte Tradition in Paddlergruppen, bei der der Gekenterte den anderen eine Runde (oft innerlich wärmendes) ausgibt. Manche Vereine verleihen auch Kenterorden. Barbarisch ist dagegen der Brauch, einen Schwimmer das Bier selbst trinken zu lassen – und zwar aus dem Neoprenschuh.
Kinder
.. sind im Kanu bestens aufgehoben, sobald sie schwimmen können und keine Angst vorm Wasser haben. Kinder sollten akribisch mit Kälteschutz und Schwimmwesten ausgerüstet sein. Mit Kindern sollte man seine Kanutour an die Ausdauer der Kleinen anpassen, viel Zeit zum Spielen und Entdecken unterwegs lassen. Ab etwa zehn Jahren können Kinder auch ihr eigenes Boot steuern.
L wie Luftboote & Lagerfeuer
Luftboote
... teilen sich mit Faltbooten die Gattung der Reiseboote, also Kanus, die sich speziell zum Reisen anbieten. Luftboote bestehen aus einer Haut, die aufgeblasen wird und so die Gestalt eines Kajaks oder Kanadiers annimmt. Großer Vorteil sind der leichte Transport durch kleines Packmaß und die meist kippstabilen Bootsformen. Als Nachteil muss man einige Kompromisse in punkto Windanfälligkeit, Spurtreue und Leichtlauf machen.
Lagerfeuer
... gehören zur lauschigen Nacht am Ufer eines Gewässers dazu wie das Paddel zum Kanu. Stets beachtet werden sollten jedoch die je nach Region unterschiedlichen Regeln für offene Feuer, die Verwendung von Treib- oder Bruchholz und das vollständige Löschen nach Verlassen des Lagerplatzes.
M & N wie Medaillen, Meer, Naturzschutz und mehr
Medaillen
Der Kanusport gilt seit vielen Jahren als sicherer Garant für Medaillen bei Olympiaden und Weltmeisterschaften. Auch der gemeine Paddler kann sich auf Medaillenjagd begeben. Übers Jahr verteilt finden viele (Spaß-)Wettkämpfe und -fahrten für Breitensportler statt, die mit Urkunden und Medaillen honoriert werden. Go for Gold!
Meer
Das Meer ist ein Kanurevier der ganz besonderen Art und definitiv nichts für Anfänger. Als Hochseepaddler ist nicht nur die Wahl der richtigen Ausrüstung entscheidend, sondern viel mehr die Erfahrung mit Tide und Wetter, das Durchhaltevermögen und eine gewisse sportliche Kondition.
Mehrtagestouren
... sind für viele das Salz in der Suppe des Kanusports. Unterwegs allein mit Boot, Zelt und Gepäck, spürt man eine Freiheit sondergleichen. Man kann tun und lassen, was man will, den Tag genießen, wie man es für angemessen hält und bleiben oder weiterfahren ganz nach Gusto.
Naturerlebnis
Hör mal, was da pfeift, schau mal, was das schwimmt! Nirgends ist man so nah dran an der Natur wie auf dem Wasser. Beobachten, Entdecken, Erleben – vom Wasser aus präsentiert sich die Landschaft oft von ihrer schönsten Seite. Auch lässt man im Kajak oder Kanadier alle Touristen auf Schusters Rappen komplett hinter sich und gelangt beinahe laut- und mühelos in Ecken, die sich nur auf dem Wasserweg erreichen lassen.
Naturschutzgebiete
... regeln den Schutz von Flora und Fauna in besonders schützenswerten Bereichen. Oft gehören Wasserflächen und -läufe dazu, denn hier ist die Artenvielfalt hoch. In Naturschutzgebieten gelten besondere Verhaltens- und Befahrungsregeln, über die man sich vor Fahrtbeginn informieren sollte. Eine Rücksichtnahme auf diese Bestimmungen und das Einhalten der Regeln ist selbstverständlich.
O wie Ozean, P wie Paddel und Q wie Quodda, ...
Ozean
Der offene Ozean ist selten das Revier für Kanusportler. Zwar wurde der Atlantik von Faltbootfahrern überquert, erst jüngst wurde erstmalig von Australien nach Neuseeland gepaddelt und die Polynesier waren die Ersten, die den Ozean mit Auslegerkanus befuhren. Der Seekajakfahrer aber wählt lieber die Küstenregionen und erlebt hier die Natur in einer besonderen Intensität.
Paddel
Das Werkzeug jedes Paddlers. Im Gegensatz zum Ruder wird das Paddel frei in den Händen gehalten, es ist nirgends am Boot befestigt. Am Paddel unterscheidet man den Bootstyp: Doppelpaddel im Kajak, Stechpaddel im Kanadier. Auf Touren fernab der Zivilisation gehört ein Ersatzpaddel an Bord.
Planung
... ist notwendige Vorbereitung und Vorfreude zugleich. Eine gute Planung klärt Zeitbedarf, zu erwartende Schwierigkeiten, vorhandene Infrastruktur, Pegelstände (unten). Sie dient als Machbarkeitsstudie für jede Kanutour. Auf Fahrt selbst kann jede noch so gewissenhafte Planung schnell durch äußere Einflüsse über den Haufen geworfen werden, dann sind Flexibilität und Erfahrung gefragt.
Pegel
Wasserstand bzw. Wasserstandsmeßgerät. Im Zeitalter des Internets können Pegelstände aller relevanten Flüsse bequem vom Schreibtsich aus abgerufen werden. Das ist gut für die Planung (oben), aber schlecht, wenn man gerade im Büro sitzt und genau weiß, dass der Lieblingsfluss momentan Idealwasser hat ...
Queich und Quodda
Beides sind Namen von deutschen Gewässern: Die Queich fließt in der Pfalz und mündet bei Germersheim in den Rhein; die Quodda ist ein kleines Fließ im Spreewald. Das zu wissen, kann sehr hilfreich für die nächste Partie »Stadt-Land-Fluss« sein.
R wie Regionen und Regen
Regionen
In fast allen Regionen dieser Erde findet man geeignete Gewässer zum Kanufahren, ausgenommen vielleicht die großen Wüsteneien. Auch deutsche Regionen trumpfen mit Vielfältigkeit und landschaftlichen Reizen. Von der norddeutschen Tiefebene mit ruhig strömenden Flüssen, über die großen und kleinen Seen in Mecklenburg, durch die deutschen Mittelgebirge bis hin zum Alpenrand mit herausforderndem Wildwasser. Paddler haben überall zu tun.
Regen
Für viele ist Regen ein notwendiges Übel. Er verleidet die Lust am draußen sein, man zieht ruhige Stunden vorm Kaminfeuer dem Umherziehen bei Sauwetter vor. Paddler freuen sich über Regen. Denn ohne ihn könnten viele Gewässer nicht befahren werden, einige sind erst nach heftigen Niederschlägen überhaupt machbar. Und erst mal in der passenden Bekleidung wasserdicht verpackt, hat auch eine Kanutour bei Regen ihren ganz besonderen Reiz.
S wie Schifffahrt, Schleusen, Schwimmweste, Sicherheit, u.v.m.
Schifffahrt
Auf großen Strömen bewegen sich auf dem Wasser neben allerlei kleinen Booten auch richtig große Schiffe. Der Rhein zählt zum Beispiel zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Als Kanufahrer in einem kleinen Boot hat man neben diesen großen Pötten auf jeden Fall die schlechteren Karten. Dafür sind wir Paddler deutlich beweglicher und weichen eben aus. Die wichtigsten Schifffahrtsregeln und -zeichen sollte man kennen, will man sich den Fluss mit der Berufsschifffahrt teilen. Immer beachten: Die Schifffahrt hat Vorfahrt!
Schleusen
... sind Einbauten an Wehren und Staudämmen, die der Schifffahrt die Überwindung des Höhenunterschieds zwischen Oberwasser und Unterwasser ermöglicht. Schleusen gibt es in vielen Größen und Arten, in traditionellen Paddelrevieren oft auch zur Selbstbedienung. Dann können sie auch dem Kanufahrer ein Umtragen des Wehres ersparen, was mit schwer beladenen Booten auf Wanderfahrt sehr angenehm sein kann.
See
»Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr.« Kanufahren auf den Seen Deutschlands ist etwas ganz Besonderes. Von den bewaldeten Seen Mecklenburgs bis hin zu den Alpenseen Bayerns oder dem Bodensee, die Palette an ruhigen Wasserflächen ist vielfältig. Besonderes Augenmerk sollte man beim Befahren von Seen auf die Wetterentwicklung legen, schnell ist ein Unwetter heraufgezogen und auf den offenen Wasserflächen bilden sich hohe Wellen, die eine sichere Befahrung deutlich erschweren. An vielen großen Seen warnen Blinklichter vor einem aufziehenden Sturm.
Shuttle
... heißt auf deutsch »Umsetzen«. Damit ist der Transport von Mann und Material bei einer Flussfahrt vom Endpunkt zurück zum Ausgangspunkt gemeint. Paddler haben hier oft eine ganz persönliche Logistik entwickelt, die unnötige Fahrtwege auf ein Minimum reduziert und greifen dabei gern auf Fahrrad, Bus und Bahn zurück. Manchmal findet sich auch ein »Shuttlebunny«, das ist jemand, der nicht selbst im Kanu mitfährt, sondern das Auto vom Start- zum Zielort bringt und dort im Idealfall schon das Bier im Wasser kalt stellt. Gut dran sind auch Falt- oder Luftbootbesitzer, die können jederzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln »shuttlen«.
Sicherheit
Kanufahren ist eine sichere, ungefährliche Natursportart – sofern man sie mit einer gewissen Umsicht und etwas Erfahrung betreibt. Gefährlich sind Wetterumschwünge jeder Art, überraschend auftauchende Hindernisse oder Selbstüberschätzung. Mit der richtigen Sicherheits-Ausrüstung kann man aber das Risiko minimieren. Alles weitere zum Thema Sicherheit finden Sie online unter folgendem Link.
Schwimmwesten
... sind ein ganz wichtiger Ausrüstungsgegenstand, der auf keiner Kanutour fehlen sollte. Ungeübte Schwimmer (Kinder!) sollte man mit Rettungswesten ausstatten, die einen im Wasser immer in Rückenlage drehen, ansonsten sind im Kanusport »Schwimmhilfen« üblich. Schwimmwesten sollten bequem und trotzdem fest sitzen.
Spritzdecke
... heißt die kleine neckische Schürze, die sich Kajakfahrer um den Bauch binden. Mit dieser Spritzdecke wird die Sitzluke des Bootes wasserdicht abgeschlossen.
Stromschnellen
Sie bieten Herausforderung und sind Spielplatz der Wildwasserfahrer. Trifft ein Fließgewässer auf einen größeren Höhenunterschied, entstehen durch Hindernisse im Wasser und Strömungsunterschiede Stromschnellen. Das kann von kleinen Wellen und »Plätscherwasser« bis hin zu extremen Katarakten reichen.
Stechpaddel
... sind die Werkzeuge der Kanadierfahrer. Am Besenstiel ist auf der einen Seite ein kleines Brett (das Paddelblatt), auf der anderen Seite ein spatenähnlicher Griff oder Knauf befestigt. Eine Hand fasst den Stiel, die andere den Knauf, dann taucht man das Paddel auf einer Seite ins Wasser. Im Tandem paddelt einer links, einer rechts, gewechselt wird im Einverständnis, um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen.
T wie Testen, Traumziele und Traumschiff
Testen
Erst testen, dann kaufen. Diesen Ratschlag sollte man beherzigen, will man ein eigenes Boot kaufen. Oft kann man beim Kanushop seines Vertrauens verschiedene Bootsmodelle ausprobieren. Viele Kanuläden veranstalten zu Saisonbeginn oft Testivals, bei denen man aus einer Vielzahl an Modellen das passende herausfahren kann. Oft sind auch die Hersteller vor Ort und beantworten Detailfragen. Dabei sollte man alle geplanten Einsatzbereiche im Auge haben: Ist das Kanu an Land wie auf dem Wasser gut zu bewegen, habe ich bequem Platz für mich und meine Ausrüstung, fühle ich mich darin wohl?
Traumziele
... warten auf den Kanuten weltweit. Für den einen ist es der ruhige Sonntag auf dem kleinen See hinterm Haus, der andere muss viele Kilometer Fluss fernab der Zivilsation vor seinem Bug haben. Ob Wildwasser, Salzwasser oder Zahmwasser – wo Ihr Traumziel liegt, bestimmen Sie selbst!
Traumschiff
Ebenso wie das Traumziel ist das Traumschiff eine ganz persönliche Entscheidung. Die Eier legende Wollmilchsau ist auch im Kanusport noch nicht erfunden und wird auch in Zukunft nicht erhältlich sein. Mancher begeisterte Kanute nennt daher nicht nur ein Traumschiff sein Eigen, sondern hat für jedes Traumziel eben den passenden schwimmenden Untersatz parat.
U wie Umkippen und Umtragen, V wie Verein und Verleih
Umtragen
Notwendiges Übel, falls sich ein unbefahrbares Hindernis in den Weg stellt. Für längere Umtrageaktionen bietet der Kanufachhandel geeignete Bootswagen an, die man per Spanngurt unterm Boot befestigt.
Umkippen
Vor dem Umkippen fürchten sich die meisten, dabei kann man dies mit der richtigen Bootswahl und auf einem Gewässer, das dem eigenen Könnensstand entspricht, weitgehend vermeiden. Im Falle eines Falles sollte man aber das Aussteigen vorher mal geübt haben.
Verein
Auch im Kanusport gibt es an fast jedem Gewässer, in fast jeder Stadt einen Verein. Im Verein treffen sich die Kanuten und planen gemeinsame Ausfahrten. Im Verein kann man das Kanufahren von erfahrenen Kanuten lernen. Vereine haben oft auch ein Bootshaus, wo die Ausrüstung gelagert werden kann.
Very Important Paddler
Das sind zunächst mal Sie selbst. Sie stehen im Vordergrund, Ihnen soll das Kanufahren ja Spaß machen. Ansonsten gibt es einige Koryphäen und Gurus im Kanusport, die aber auch alle nur mit Wasser kochen. Die allermeisten Paddler, so gut sie auch sein mögen, sind nette, umgängliche Leute, die gerne auch dem Einsteiger mit guten Tipps und Ratschlägen weiterhelfen.
Verleih
Hat man (noch) kein eigenes Boot, will aber das Kanufahren mal ausprobieren, geht man einfach zum Kanuverleiher, den es an allen schönen Gewässerabschnitten gibt. Dort bekommt man nebst der notwendigen Ausrüstung, Tipps fürs erste Abenteuer auf dem Wasser und eine kleine Einführung in die Fahrtechnik. Alle Verleiher auf einen Blick finden Sie in unserer Verleiher-Datenbank.
W wie wasserdicht, Wurfsack, Wehr und Wildwasser
Wasserdicht
... sollte alles verpackt sein, das mit auf große Fahrt geht. Sei es der eigene Körper mit wasserdichter Bekleidung oder die weitere Ausrüstung wie Wertsachen, Wechselwäsche, Mobiltelefon, Kamera, Geldbeutel, Papiere ... Wasserdicht verpacken kann man in spezielle Gepäcktonnen oder Packsäcke, die im Kanushop oder beim Verleih angeboten werden.
Wasserwandern
... nennt man das Befahren von ruhigen Gewässern. Oft ist eine Wasserwanderung auch als Mehrtagestour ausgelegt, dann ist das Kanu mit der kompletten Ausrüstung, auch zum Campen, beladen. Manchmal heißt Wasserwandern auch Touring, doch am Vergnügen ändert das nix.
Wettkampf
Eine spannende Sparte des Kanusports ist der Wettkampf auf ruhigen und wilden Gewässern. Im Kanurennsport wird auf Zahmwasser um den ersten Platz gekämpft, im Kanuslalom schlängeln sich die Sportler auf Wildwasser um Torstangen. Drachenboot, Kanupolo, Freestyle und Wildwasserrennsport sind weitere Wettkampfdisziplinen.
Wurfsack
ist ein wichtiger Bestandteil der Sicherheits-Ausrüstung zur Rettung von schwimmenden Kameraden. In einem signalfarbigen Sack ist ein schwimmfähiges Seil locker eingelegt. Das lose Ende wird festgehalten, den Sack wirft man dem Schwimmer zu. Dann kann man ihn leicht ans rettende Ufer ziehen. Den Umgang mit dem Wurfsack sollte man unter kompetenter Anleitung immer wieder üben. Viele Wurfsäcke verdienen sich nebenher als Wäscheleine ein paar Euro dazu.
Wehre
... sind künstliche Hindernisse, die den Abfluss des Wassers auf Fließgewässern regulieren. Oft wird Wasser für Kraftwerke oder Mühlen an einem Wehr angestaut, um kontrolliert abgegeben zu werden. Wehre sind oft X wie unfahrbar, und müssen dann umtragen (oben) werden. Manche Wehre sind vom Wasser aus schwer zu erkennen. Gut vorbereitet ist der, der sich bei der Planung damit befasst hat.
Wildwasser
... nennt man Flüsse, die sich mit Gefälle von Berg zu Tal stürzen und dabei zahlreiche Felsen umkurven. Wildwasser wird in sechs Stufen eingeteilt, von I (leicht) bis VI (eigentlich unfahrbar). Wildwasser erfordert eine gute Fahrtechnik, Erfahrung und etwas körperliche Fitness.
X wie unfahrbar und Z wie Ziehschlag und Zahmwasser
X wie unfahrbar
Ein X auf Schildern, Karten und in Flussführern – oder als Zeichensprache, gebildet aus den gekreuzten Armen des Kameraden – weist auf eine unfahrbare Stelle hin. Auf jeden Fall sollte man sofort anhalten, das nächste Kehrwasser ansteuern und schauen, was los ist. An unfahrbaren Stellen ist dann auch Umtragen angesagt.
Ziehschlag
Eine elegante Paddeltechnik, um sich mit dem Boot seitlich zu versetzen, z. B. um an einem Steg anzulegen. Der Ziehschlag gehört zu den Grundschlägen der Fahrtechnik, Fortgeschrittene kombinieren den Ziehschlag mit anderen Manövern und navigieren so effizient um Hindernisse.
Zahmwasser
... nennt man alle Gewässer, die nicht als Wildwasser eingestuft sind. Zahmwasser kann zwar auch schnelle Strömung, enge Kurven oder Hindernisse aufweisen, hat aber keine Stromschnellen.
Zusätzliche Informationen und Links
Aktuelle Veranstaltungen
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