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Know-How

Polnisch für Anfänger

17. Februar 2009 von Nicolaus Widera

 

Die polnische Sprache mit sieben Fällen ist naturgemäß nicht einfach zu erlernen. Natürlich wissen das auch die Polen und niemand erwartet perfekte Sprachkenntnisse. Ein paar Brocken Polnisch sind dennoch ganz hilfreich (und ein nettes Symbol gegenüber dem Gastland). Gleichzeitig sind die vorgestellten Wörter und Redewendungen (abgesehen vom ersten Eintrag) überzeugend gute Gründe, um mit dem Kanu nach Polen zu reisen. Extrainfokasten zu »Paddelland Polen« in Heft 01/2009.

 

Aerozol przeciw komarom (Antimückenmittel)

 

Im Sommer trachten Myriaden von Mücken nach des Paddlers Blut. Polens Drogeriemärkte bieten eine reichhaltige Auswahl an Schutzmitteln gegen die Plage. Neben dem bekannten Autan gibt es das Produkt mit dem treffenden Namen »OFF!«. Es kommt gleich in drei Varianten daher. Vom (angeblich) Haut schonenden »delicate« über das normale »regular« bis hin zur Hammer-Kontaktgiftvariante »max«, bei der sich die Mücken schon beim Landeanflug die Füße verbrennen. Als Alternative zur Chemiekeule bietet sich weite, dichte Kleidung und ein gut schließendes (Innen-)Zelt an.

 

Bocian (Storch)

 

Selbst in jedem noch so kleinen Dorf ist (mindestens) ein Storch zu Hause. Etwa 30.000 Storchenpaare kommen während des Sommers nach Polen, die meisten davon nach Masuren. Jahr für Jahr kehren sie in ihr altes Nest auf Schornsteinen alter Häuser, Stromleitungen oder Straßenlaternen zurück.

 

Do Widzenia (Auf Wiedersehen)

 

Bei einer Paddeltour in Polen vergeht kaum ein Tag, ohne dass mit dieser Redewendung neue Freunde verabschiedet werden. Paddeln ist Volksport in Polen und am Abend lodern die Lagerfeuer auf den Zeltplätzen entlang der Ufer oft meterhoch. Unsere gastfreundlichen Nachbarn lassen mit der Einladung meist nicht lange auf sich warten und nach einem kräftigen Schlug aus der angebotenen Vodkaflasche klappt sogar das Mitsingen von polnischen Volksliedern ...

 

Polskie Towarzystwo Turystyczno-Krajoznawcze (kurz PTTK)

 

Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde. Zentraler Tourismusverband, der sich um den Unterhalt von Heimatmuseen, Wanderwegen, Kajakstrecken und Wasserwanderstationen kümmert. An den beliebten Wanderflüssen wie Krutinya und Czarna Hancza gibt es daher im Abstand von Tagesetappen einfache, aber sehr idyllische und gastfreundliche Kanustationen, an denen man meist einen Imbiss findet und in Hütten unterschiedlichster Bauart übernachten oder natürlich das eigene Zelt aufschlagen kann.

 

Przepraszam, gdzie jest toaleta? (Entschuldigung, wo bitte ist die Toilette?)

 

Eine Frage, die eigentlich in jedes Reisewörterbuch gehört. Da
Polens Piktogramme für das stille Örtchen nicht unbedingt intuitiv zu entziffern sind, an dieser Stelle der praktische Hinweis: Ein Kreis kennzeichnet die Damentoilette, das auf dem Kopf stehende Dreieck prangt am Eingang zur Herrentoilette. Egal, ob Männlein oder Weiblein: Klopapier ist oft Mangelware und die Mitnahme einer eigenen Rolle daher immer eine gute Idee.

 

Suwalszczyzna

 

Dieser Landstrich mit dem für deutsche Zungen fast unaussprechlichen Namen liegt im Nordosten Polens. Nur wenige Kilometer südlich der Grenze zu Litauen startet hier auf dem Wigry-See die nach der Krutynia-Route wohl beliebteste Kanutour Polens auf der Czarna Hancza. Die Seen inmitten sanfter Moränenhügel sind zwar kleiner als in Masuren, dafür aber tiefer und das Wasser scheint, wenn das überhaupt geht, noch klarer.

 

Smacznego (Guten Appetit)

 

Die polnische Küche ist eine Reise wert. Sie ist deftig-bodenständig, allerdings nichts für Vegetarier, denn traditionell gibt es viel Fleisch. Ein »Nationalgericht«, das überall auf der Speisekarte steht, ist Bigos, ein Sauerkraut-Eintopf, in dem nach streng gehütetem Rezept der jeweiligen Küche, verschiedene Ingredienzen, in der Hauptsache aber Kohl, Sauerkraut und Fleisch zusammengekocht werden. Weiterhin gibt es stets eine reichhaltige Suppenauswahl, z.B. Zurek (saure Suppe aus fermentiertem Mehl), Flaczki (Kutteln-Suppe) oder Barszcz (Rote-Beete-Suppe). Ebenfalls auf vielen Speisekarten anzutreffende Hauptgerichte sind Kotlet Schabowy (Schweinekotelett) und Pierogi (herzhaft oder süß gefüllte Teigtaschen). Eine leckere Nachspeise oder Zwischenmahlzeit für Naschkatzen sind nalesniki – Pfannkuchen, die mit Quark oder Marmelade serviert werden.

 

Wedkarz (Angler)

 

In Deutschland sind Angler und Paddler meist Feinde, im besten Falle ist eine friedliche Ko­existenz möglich. Bei unseren Nachbarn ist das anders: Als wir mit dem Kanu auf der Narew unterwegs sind und ein Angler mit bedrohlich durchgebogener Angelrute am Ufer steht, holen wir weit aus, um ihm die Beute nicht streitig zu machen. Er aber winkt uns aufgeregt heran. Ein 30 Zentimeter großer Karpfen zappelt am Haken. Offensichtlich hat er aber nicht richtig gebissen und der Mann nun Angst, das sein Mittagessen zurück ins Wasser plumpst. Kurzerhand beauftragt er uns mit der Bergung des glitschigen Fangs.

 

Zloty

 

Die direkte Übersetzung der polnischen Währung bedeutet »golden«. Ein Praxistipp zum Thema Geld: Nehmen Sie auf Paddeltour ausreichend Kleingeld mit. Der frisch aus dem Automaten gezogene 100-Zloty-Schein stürzt den Biwakplatzbesitzer, der für eine Übernachtung fünf Zloty kassieren möchte, in arge Bedrängnis und die nächste Möglichkeit, Geld zu wechseln, ist dann meist weit weg.


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