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Know-How

Kleine Vogelkunde: Flugspezialisten der Mecklenburgischen Seenplatte

19. November 2009 von Lars Hoffmann

Kleine Vogelkunde: Die Flugspezialisten der Seenplatte

 

Gleich kommt das Vögelchen. Oder auch nicht. Als Paddler ist man zwar immer nah dran am Busen der Natur, doch nur wer sich auskennt, sieht Flora und Fauna im richtigen Licht.

Ein Seeadler.
Bis zu 240 cm beträgt die Flügelspannweite des Seeadlers.
Foto: Lars Hoffmann

König der Lüfte: Der Seeadler (Haliaeetus albicilla)

 

Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Seeadler wie in der Mecklenburgischen Seenplatte. Der größte Greifvogel Deutschlands benötigt neben großen Seen auch ausgedehnte Waldgebiete als Lebensraum und nistet meist auf Buchen oder Kiefern. Seeadler können mit bis zu 40 Jahren auch sehr alt werden.

 

Größe: bis zu 240 cm Flügelspannweite, Körpergewicht bis zu 7 kg.

 

Ernährung: Fische (häufig Bleie und Karpfen), Wasservögel (Blesshuhn), Gänse, aber auch Kaninchen und Aas.

 

Vermehrung: Brutbeginn zwischen Februar und März, nach fünfeinhalb Wochen schlüpfen dann ein bis drei Jungadler. Drei Monate später unternehmen diese dann erste Flugversuche. Seeadlerpaare bleiben ein Leben lang zusammen.

 

Schutz: Störung durch Annähern an die Horste unbedingt vermeiden.

 

Wo und wann? Seeadler können sehr gut über den größeren Seen zur Mittagszeit beobachtet werden (Useriner See, Müritz Ostufer, Feldberger Seen aber auch Warnow). Zwischen ihren Beutezügen sitzen sie oft für lange Zeit in den Baumkronen und sind aufgrund ihrer Größe sehr gut auszumachen.

Ein Fischadler.
Feinschmecker: Beim Fischadler kommt ausschließlich Fisch auf den Tisch.
Foto: Lars Hoffmann

Reisefreudiger Spezialist: Der Fischadler (Pandion haliaetus)

 

Wie kein anderer Greifvogel hat sich dieser Adler auf die Jagd von Fischen spezialisiert. Seine Federn sind extrem wasserabweisend, spezielle Krallen packen seine rutschige Beute. Im Sturzflug erreicht er eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h, beim Eintauchen ins Wasser verschließt er seine Nasenlöcher.

 

Größe: Bis zu 160 cm Spannweite, Körpergewicht von bis zu 2 kg.

 

Ernährung: ausschließlich Fisch.

 

Vermehrung: Brutzeit von Anfang April bis Ende Juni (2-3 Eier), fünfeinhalb Wochen Brutzeit, nach weiteren sieben Wochen sind die Jungvögel flügge. Ende August ziehen die Greifvögel zum Überwintern nach Afrika und kehren im März zurück.

 

Schutz: Störung durch Annähern an die Horste unbedingt vermeiden.

 

Wo und wann? Fischadler können im gesamten Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte sehr gut beobachtet werden. Häufig sitzen sie auf Ästen direkt am Ufer und warten auf ihre Beute. Im Gegensatz zu Seeadlern bauen sie ihre Horste häufig auf hohen Strommasten. Beim Nationalparkservice in Federow gibt es eine Live-Übertragung aus dem benachbarten Fischadlerhorst.

Ein Fischreiher.
Steht meist nur da und wartet: der Fischreiher.
Foto: Lars Hoffmann

Die graue Eminenz: Der Fischreiher (Ardea cinerea)

 

Stocksteif steht er da und wartet ab. Der Fischreiher (auch Graureiher) gehört eher zu den ruhigeren Vertretern. Man muss schon genau hinschauen um ihn am Ufer oder auf einem überhängenden Ast zu entdecken. Von diesem lässt er sich dann urvogelartig auf vorbeischwimmende Beute fallen um anschließend ein wenig ungeschickt aus dem Wasser zu starten. Aber meistens steht er nur da und wartet.

 

Größe: bis zu 170 cm Flügelspannweite, Gewicht bis zu 2 kg.

 

Ernährung: Fische, Frösche, Molche und Wasserinsekten.

 

Vermehrung: Reiher gelten nicht gerade als vollkommene Architekten. Ihre Nester in den Baumkronen sehen immer etwas unfertig aus, doch sie erfüllen ihren Zweck. Von März bis April werden drei bis fünf Eier ausgebrütet, nach sieben Wochen verlassen die Jungen das Nest.

 

Wo und wann? Reiher entdeckt man meist an seichten Uferbereichen oder auf überhängenden Ästen.

Infos zum Paddelrevier McPomm

Neuer Bildband

 

Als großes Quadrat kommt Lars Hoffmanns neuer Bildband »Wasser/Land/Licht« daher und porträtiert die großartige Landschaft der Mecklenburgischen Seenplatte in atemberaubenden Aufnahmen. Das überzeugt nicht nur eingefleischte McPomm-Paddler sondern auch die größten Skeptiker.


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