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Know-How

Ich bin ja kein Paddler! (6)

01. Oktober 2003 von Gunnar Homann

Ich bin bald ein Paddler

Gunnar Homann: Ich bin ja kein Paddler.
Gunnar Homann
Foto: Archiv KANU

Ich bin ja kein Paddler. Und das ist gut so. Denn wäre ich einer, dürfte ich dann diese Kolumne schreiben? Herrlich: Alles, was ich tun muss, ist etwa­s lassen und darüber schreiben. Der Nachteil: Ich bin weit und breit der Einzige, der nicht paddeln darf.  Neulich träumte ich, dass ich in ein Kanu steige. Es fauchte sofort eine Stichflamme gen Himmel, und als sich der Rauch verzog, standen Glocker & Neumann vor mir. Sie trugen Sonnenbrille und Pumpgun. »Kolumnist!«, sagten sie. »Du hast vom Baum der Erkenntnis genascht.« Dann lachten sie. »War nur Spaß! Wir schenken dir sogar eine Schirmmütze, die bei uns hinten im Kabuff lag.« Arglos, voller Stolz trug ich die Mütze, bis ich einen Sensor darin entdeckte. Ich kombinierte blitzschnell: Wahrscheinlich leuchtet in der Redaktion ein rotes Licht, sobald ich mich dem Wasser nähere. Dann bekam ich regelmäßig Anrufe von einem Trendforschungsinstitut, das herausbekommen wollte, »wie viel Prozent der Bevölkerung schon einmal Kanufahren waren«. Der Anruf sei mit einer Tombola verbunden, at­traktive Preise würden nur darauf warten, von mir gewonnen zu werden. Ich legte natürlich jedes Mal gleich auf. Wenige Tage nach den Anrufen be-mer­k­­te ich ein Wesen. Es leb­te hinter dem Laternenmast gegenüber der Räumlichkeit, in der ich meiner Tätigkeit nachgehe. Das Wesen trug einen Mantel, hatte sich den Hut in die Stirn geschoben und spähte in mein Fenster. Mit anderen Worten: Es benahm sich genau wie ein  KANU-Praktikant! Ich öffnete das Fenster und rief hinüber. »He, Füße schon platt?« Es tat, als fühle es sich nicht angesprochen. Da ging ich rüber, bewarf es mit Erdnüssen und imitierte einen Affen. Jetzt griff es in seinen Mantel. Was würde es ziehen? Einen von Glocker & Neumann unterschriebenen Haftbefehl? Was immer ich gedacht haben mag – es war falsch. Richtig war: GEZ. Autoradio. Letzte zehn Jahre. Mein Traum endete damit, dass ich meinen Nachbarn traf. Er erzählte mir, irgend so ein  Institut habe bei ihm angerufen und Fragen gestellt. Jetzt habe er eine Reise nach Kanada gewonnen. Kann das so weitergehen? Nein, sagte ich mir, du darfst diese Kolumne schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterschreiben. Und dass ich auch mal paddeln will, das werden Sie ja wohl am besten verstehen, oder?


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